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Kategorie: Points of interest

Sidekick Geschichte 1.0

Ein kurzer Ausflug in dunkle Orte aus dunklen Zeiten

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Fotos dieser unterirdischen „Stadt“ zu sehen HIER

Beitrag dient lediglich zur Information und Dokumentation

 

 

12. April 2016     0 Comments

Gros Ouvrage du Michelsberg

SAISONERÖFFNUNG

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Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

Die Gros Ouvrage du Michelsberg im Wald zwischen Dalstein und Ebersviller, kurz hinter der Grenze bei Saarlouis öffnet ab 03.04.2016 wieder seine Türen für regelmässige Besichtigungen. Samstags 15 Uhr und Sonntags ab 14:30 Uhr. Wer immermal unterirdisch erleben wollte wie sich einst Soldaten fühlten hat hier die Möglichkeit dazu.

Erwachsene: 5 €

Kinder (8-14 Jahre): 2,50 €

Reduziert: 4 €

Gruppe: 4 € / Person

Warme Jacke, festes Schuhwerk sind zu empfehlen.

Ca 2 Std für die Tour dürfen eingeplant werden.

Neue Vereinsmitglieder die Tatkräftig zum Erhalt der Anlage beitragen wollen ( von kleinen Handlangerarbeiten bis Gemeinschaftsprojekten wird alles geboten) sind jederzeit gerne gesehen. Es tut nicht weh und 16 Euro Jahresbeitrag lässt sich durchaus verkraften. Und Spass ist hier bei aller Arbeit durchaus auch zu finden.

Man kann hier auch für ein paar Stunden vom Alltag untertauchen ohne jeglichen Verkehrslärm, Handyklingeln oder andere Menschen und trägt mit jedem Handschlag dazu bei ein Stück Kultur unserer Region zu erhalten.

Zur Zeit werden stabile Holzbohlen in der Stärke ca 3cm benötigt zur Reparatur des Holzbodens im Kampfblock 5 rund um den Drehturm.

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Kurzinfo zum Werk

Das Festungswerk A22 der Maginotlinie liegt im Verteidigungsabschnitt Boulay und wurde zwischen 1930 und 1935 nach Plänen der C.O.R.F. (Commission d’Organisations des Regions Fortifiés) erbaut. Es besteht aus 5 Kampfblöcken (der ursprünglich geplante 6. wurde nie gebaut),  einem gemischten Eingang für Mannschaft und Munition, sowie Kasernentrakt und Energieversorgung.

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Zu sehen sind im Zuge der Führung der Eingangsbereich mit der Verteidigungsanlage und der Luftversorgung, das Kraftwerk mit den Dieselmotoren, verschiedene Werkräume, vorbei am  Lokschuppen, durch den Kasernenbereich mit den Küchenräumen

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sowie der Feuerleitstand und der Kampfblock Nr 5 mit seinem 265 Tonnen schweren Drehturm.

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Im Juni 1940 bestand die Mannschaft aus 20 Offizieren, 495 Unteroffizieren und Soldaten, die unter dem Befehl des Werkskommandant, Major Pelletier standen. Die Besatzung gehörte dem 164. RIF (Régiment d’infanterie, übersetzt Infanterie Regiment), 153. RAP (Régiment d’artillerie de position, übersetzt Artillerie Regiment) sowie einigen Pionieren des RG an.

Das Werk war auch in Kampfhandlungen während des sog. Blitzkrieges verwickelt und wurde teils von deutscher Artillerie an mehreren Kampfblöcken beschädigt.

Bis zur Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommen am 25. Juni, hielt sich die deutsche Armee weitgehend von den Bunker Anlagen um den Michelsberg fern. Bis auf einige kleinere Scharmützel, unter anderem auch den Beschuss durch eine deutsch 8,8cm Flack auf Block 2 und 3. Diese wurde dann, nach Ausmachung ihrer Stellung duch die Haubitze in Block 6 unschädlich gemacht.

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Während der Besetzung durch deutsche Truppen nach der Kapitulation Frankreichs 1940 bauten diese die Anlage an verschiedenen Stellen um zu unterirdischen Fabrikationsanlagen für Kriegswichtige Materialien. Gegen Ende des Krieges in Frankreich versuchten  die sich zurückziehenden Deutschen dann den Hauptgang in Höhe des Kraftwerkes zu sprengen, was ihnen nur bedingt gelang.

Allerdings wurde dieser Bereich stark beschädigt, was heutzutage auch noch zu sehen ist.

Der Verein Association Ouvrage du Michelsberg -22. Juni 1940- kümmert sich seit 1993 um das Bauwerk, restauriert und macht Führungen.

Das Werk befand sich zum Beginn der Arbeiten in einem sehr schlechten Zustand. Durch eine Champignonzucht von ca 1970 bis 1990 und der darauf folgende Vandalismus waren große Teile der Anlage zerstört.

Nach der Grundreinigung des Werkes wurde die Stromversorgung des Werkes wieder hergestellt.

Seit 1996 ist das Werk für die Öffentlichkeit zugänglich und kann regelmässig besucht werden, sowie Gruppenführungen oder Fototouren sind nach Reservierung möglich.

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Homepage der Gros Ouvrage du Michelsberg finden sie HIER

Weitere Fotos der Gros ouvrage finden sie HIER

18. März 2016     0 Comments

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